Die österreichische ESC-Gewinnerin und Sängerin Conchita Wurst (29, “Rise Like a Phoenix”) hat auf Instagram verkündet, HIV-positiv zu sein. In einem starken Statement gab die Travestie-Künstlerin bekannt, dass sie sich gezwungen gesehen habe mit dieser Nachricht an die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem ein Ex-Freund sie damit erpressen wollte. In den sozialen Netzwerken wird Conchita Wurst – hinter der der Österreicher Tom Neuwirth steckt – von ihren Fans für ihren Mut in den höchsten Tönen gelobt.

“Du bist ein großes Vorbild für alle”

“Großartige Worte! HIV ist heutzutage gut behandelbar und weder für dein privates Umfeld ein Risiko, noch sollte es für deine Fans von Belang sein. Dein Ex ist ein Wurm, wenn er glaubt dich damit erpressen zu wollen, aber im Endeffekt hat er dir vielleicht sogar noch einen Gefallen getan. Von mir gibt’s nichts anderes als großen Respekt für diese ‘News'”, heißt es zum Beispiel von einem Follower unter dem entwaffnend ehrlichen Instagram-Post.

Eine andere Kommentatorin schreibt an Conchita Wurst gerichtet: “Ich ziehe meinen Hut ganz tief vor deinem Mut. Du bist ein großes Vorbild für alle. Ich wünsche dir alles Liebe für einen weiteren Weg. Deine Fans stehen bedingungslos hinter dir.”

Vor allem die Art und Weise, wie sich die 29-Jährige als HIV-positiv geoutet hat, findet bei den Fans Anklang: “Du lässt Dein Leben nicht fremd bestimmen und das finde ich genau richtig. Eigentlich sollte es Deine Entscheidung sein, was Du von Deinem Leben öffentlich machst und was nicht. In dem Fall versucht jemand Deine Grenzen zu überschreiten und Du löst diese einfach auf. Perfekt!!!”

Twitter-User fordern mehr Aufklärung

Während auf Instagram vor allem die Entscheidung, damit an die Öffentlichkeit zu gehen, gelobt wird, steht auf Twitter die Tatsache im Fokus, dass eine HIV-Erkrankung im Jahr 2018 immer noch ein Tabuthema ist. “So viel Respekt an Conchita Wurst für diesen mutigen Schritt. HIV darf kein Grund für Scham oder Erpressung sein. Wir brauchen einen aufgeklärten Umgang und Unterstützung von Betroffenen, statt Stigmatisierung und Ausgrenzung!”, fordert beispielsweise Ricarda Lang, Bundessprecherin der Grünen Jugend, über den Kurznachrichtendienst.

Dem stimmt auch der Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann zu, der als Sprecher für Sozialpolitik und Queerpolitik der Grünen fungiert. Er schreibt auf Twitter: “Niemand mit HIV oder AIDS sollte sich erpressen lassen oder verstecken müssen. Hut ab, Conchita Wurst, vor diesem Mut!”

Und auch andere HIV-Positive melden sich mit unterstützenden Worten: “Wir HIV-Positive können wie jeder andere normal leben, arbeiten, Kinder kriegen und das Virus bei guter Therapie sogar beim Sex nicht weitergeben. Dennoch macht es immer noch angreifbar und erpressbar. Conchita Wurst handelt richtig, nämlich selbstbewusst und ohne Scham. Danke!”, schreibt Blogger und YouTuber Marcel Dams, der im Alter von 20 Jahren die HIV-Diagnose erhalten hat.