Es war Charles Frederick Worth, der in den 1890er Jahren die Mode von seiner Frau präsentieren ließ, anstatt sie Kundinnen auf der Puppe zu zeigen. Was sich seitdem in der Modeinszenierung verändert hat, weiß Designerin Anja Gockel genau. Als erste deutsche Modemacherin wird sie ihre Kollektion pompös und in einem aufregenden Ambiente auf der “MS RheinEnergie” auf dem Mittelrhein präsentieren. 

Gewinnspiel

Anders als in früheren Zeiten, in denen Fashionshows ein Privileg weniger Auserwählte waren, möchte Anja Gockel ihre Mode für alle zugänglich machen. GALA verlost
2×2 Tickets für die fulminante Fashion Show (inklusive Buffet und After-Show-Party) am 14. August in Mainz.

Alle Details zum Event erfahren Sie in unserem Interview! Teilnahme und Gewinnspielformular am Ende des Textes. 

Früher standen die Models noch mit einer Nummer in der Hand im Atelier des Designers. Unspektakulär, würde man heute sagen. Was hat sich seitdem verändert?

Unsere ganze Welt. Wir haben heute die Möglichkeit, ein Bild binnen weniger Sekunden um die Erde zu schicken und dementsprechend hat sich der Eventcharakter total verändert. Die Veranstaltung um die Kollektion herum ist genauso wichtig wie die Mode selbst.

Kritiker würden sagen, dass das Spektakel ringsum der Mode die Aufmerksamkeit klaut?

Bei einigen Designern ist das definitiv der Fall und eine kleine, nette Bluse geht schnell unter. Aber meine sehr starke Mode verträgt viel Drumrum, weil sie selber einen Eventcharakter hat. Das geht mit meiner Intention, die Sichtbarkeit der Frau zu unterstützen, einher. Es soll spektakulär und Aufmerksamkeit erregend sein. ig-anja-gockel-berlin

Letztendlich sollen Event und Mode eine Symbiose ergeben und nur dann ist das Storytelling erfolgreich. Welche Geschichte möchten Sie Ihren Gästen auf dem Schiff erzählen?

Meine Kollektion trägt den Titel „Phenomenal Woman“, also geht es um die Zelebrierung der Frau. In der Modewelt wird die Frau oft reduziert und dem möchte ich entgegenwirken. So soll auch meine Modelwahl nicht zu sehr idealisieren, sondern schöne, echte Frauen zeigen, mit denen sich meine Kundinnen identifizieren können. Zu dem Anlass soll auch die diesjährige Show für alle zugänglich sein.

Kann eine Show, die 159 Euro pro Ticket kostet, denn für alle zugänglich sein? Die letzten zwei Jahre fand die Show für 19 Euro pro Ticket noch im „Möbel Martin“ in Mainz statt.

„Möbel Martin“ hat uns die Location in den letzten zwei Jahren kostenfrei zu Verfügung gestellt und dieses Jahr muss der größte  Partykatamaran Deutschlands gechartert werden. Zusätzlich bieten wir den Gästen neben der Mode auch tolles Buffett und eine sensationelle Aftershow-Party mit Livemusik. Der Ticketpreis dient also nur der Refinanzierung, damit wir plus minus null rausgehen. Unseren 300 Gästen wollen wir auch einen tollen Abend bieten können, falls es regnet und wir die Party nach drinnen verlegen müssen. Also bleibt es im gewissen Maße doch ein ausgewähltes Publikum, aber jeder hat die Möglichkeit zu kommen. 

Und die breite Masse haben Sie ja mit Ihrer ersten Modenshow 1996 bedient.

Genau, damals habe ich meine erste Kollektion in London auf der Carnaby Street präsentiert und außerdem auf der Champs-Élysées in Paris. Diese Shows konnte wirklich jeder auf offener Straße besuchen. Die Show in Paris wurde auch von einem Kamerateam des SWR-Fernsehens begleitet, wofür wir um 5 Uhr morgens gestartet haben. Durch das morgendliche Licht wurde die Show fantastisch!

queen-elizabethEine andere große Show haben Sie 2004 sogar Queen Elizabeth präsentiert. Hatten Sie da einen besonders hohen Anspruch an sich selbst, etwas ganz Großes abzuliefern?

Das war ihr zweiter offizieller Staatsbesuch in Deutschland. Ihr wurde bei einem eleganten Dinner in Düsseldorf meine Kollektion gezeigt. Eigentlich war ich recht  entspannt, aber als ich ihr dann der Queen vorgestellt wurde, habe ich die Bedeutung einer königlichen Aura verstanden. Die hat sie tatsächlich. Vorher habe ich außerdem zehn Jahre in London gelebt. Verrückt, dass ich die Königin von England dann ausgerechnet in Düsseldorf getroffen habe.

In London haben Sie auch Vivienne Westwood assistiert der größten Showmacherin. Was haben Sie aus dieser besonderen Zeit mitgenommen?

Was ich bei ihr gelernt habe ist, dass man sich als Marke trainieren muss. Man mag ihre Kollektion oder man mag sie nicht, aber fest steht: Viviane Westwood eine Meisterin der Inszenierung. Ich habe also gelernt, mir selber treu zu bleiben. Ich kann keine Jil Sander, kein Armani sein, aber ich kann Anja Gockel sein. Und was das bedeutet, zeige ich mit meinen Kollektionen auf der “Berlin Fashion Week” im “Adlon” und in der Show auf dem Schiff.Berliner Beauty-Looks Fashion Week Berlin (1118599)

Teilnahmebedingungen

Das Gewinnspiel läuft bis zum 24. Juli 2018. Die Anreise ist nicht im Gewinn enthalten, sondern muss selbst organisiert werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die eigenhändig teilnehmen. Die Gewinner werden per Losverfahren ermittelt und benachrichtigt. Erst, wenn der Gewinner nach der Kontaktaufnahme den Gewinn schriftlich bestätigt hat, kann dieser in vollem Umfang gewährt werden. anja-gockel-gewinnspielformular