Dass Künstler, die in der Öffentlichkeit stehen, oft an Depressionen erkranken oder ein Burn-out erleiden, ist keine Seltenheit mehr. Der Druck ist zu groß, die Arbeit zu viel und die Seele müde. So war es auch bei “Sing meinen Song – Das Tauschkonzert”-Teilnehmerin Judith Holofernes.

Judith Holofernes musste funktionieren

Die ehemalige “Wir sind Helden”-Sängerin sprach sehr offen über die Zeit, als ihr zu Band-Zeiten alles zu viel wurde. “Ich stand mit mindestens einem Fuß im Burn-out”, gestand sie am Dienstag im Theaterhaus Stuttgart. Weiterhin beschrieb sie: “Ich habe mich ganz, ganz schmal gemacht, um weiter zu funktionieren.” Schließlich gab “Wir sind Helden” Anfang April 2012 nach zwölf erfolgreichen Jahren bekannt, auf unbestimmte Zeit zu pausieren und Judith zog sich erstmal zurück. “Ich brauche sehr viel Zeit für mich – und Stille. Meine liebsten Hobbys sind aus dem Fenster gucken und spazieren gehen.” Ein Comeback der Band ist derzeit nicht geplant. Doch Judith geht es Solo gut: 2014 veröffentlichte sie ihr erstes Soloalbum “Ein leichtes Schwert”, 2017 dann ihr zweites “Ich bin das Chaos”.

Seelische und körperliche Erschöpfung

Dass die zweifache Mutter damals ausgebrannt war, war bereits bekannt. Das 2010 erschienene Album der Band “Bring mich nach Hause” sei nach akuter “seelischer und körperlicher Erschöpfung” von Judith entstanden, wie sie im Interview mit der “Welt” erzählte. Und auch 2014 sprach die 41-Jährige mit “Nido” über das Thema: “Unsere Generation macht sich so einen Druck auf allen Ebenen, ist so unsicher und krampfig und deshalb auch so fertig mit den Nerven.” Sing meinen Song: Lieder der fünften Staffel